# 79: Serie: Wie du dich in Texten besser präsentieren kannst – Schreibstrategien für Künstler*innen (Teil 4)

ENGLISH TEXT BELOW: PRESENT YOURSELF BETTER IN TEXTS – WRITING SKILLS FOR ARTISTS (PART 4)

4 Künstlerische Biografie

Neben der tabellarischen Form kann es auch notwendig sein, die eigene Biografie als zusammenhängenden Text zu verfassen. Du musst dir dabei von vorneherein bewusst sein, dass es sich hierbei um eine Textsorte mit einer ganz anderen Ausrichtung handelt! Auf keinen Fall geht es darum, aus den in deiner Vita aufgelisteten Bausteinen einfach vollständige Sätze zu machen. Das Ergebnis wäre ein ziemlich trockener Text, der die Mühe des Ausformulierens nicht wert wäre! Inhaltlich würde er sich überhaupt nicht von der Vita unterscheiden. Nein, hier sind ganz andere Fähigkeiten gefragt! In einem ausformulierten Text hast du die Möglichkeit, dem Gesagten eine Richtung zu geben, eine persönliche Note und ihm vor allem auch Leben einzuhauchen. Gestalte den Text so, dass es Spaß macht ihn zu lesen. Lass die Leser*innen etwas erfahren, was sie sich beim Lesen der Vita vielleicht gefragt haben. Gib Ihnen die spannenden Infos zwischen den Zeilen. Zeige den Menschen – dich – hinter den Fakten.

Auch wenn du dich nun im Mittelpunkt fühlst, so ist es übrigens in den meisten Fällen ratsam oder sogar notwendig, dass du deine Künstlerische Biografie in der 3. Person (er/sie) und nicht in der Ich-Form verfasst. Dies bewahrt dich davor, zu emotional zu schreiben. Denn letztendlich geht es in der Biografie um Fakten und bereits Vergangenes. Du hast im Künstlerischen Statement (siehe Teil 5) noch Gelegenheit dazu, den emotionalen Aspekt im Hinblick auf deine Kunst zu integrieren.

W-FRAGEN

Was den Inhalt betrifft, hast du vollkommen freie Hand. Mach dir immer wieder klar, dass wir uns nicht in der „normalen“ Angestelltenwelt bewegen und uns gewisse künstlerische Freiheiten herausnehmen können. Das heißt vor allem, dass du dich von dem „lückenlosen Lebenslauf“ auf Nimmerwiedersehen verabschieden kannst. Erst recht in der künstlerischen Vita kannst du ganz bewusst deiner Meinung nach eher unwichtige Details herauslassen und dich auf selbst gewählte Schwerpunkte konzentrieren. Oft ist dieses für eine bestimmte Ausschreibung sogar notwendig. Entweder hat die Ausschreibung ein bestimmtes Thema, auf das du dich konzentrieren solltest. Oder die Vorgabe ist eine bestimmte Textlänge und du musst dich entscheiden, welche Punkte du unterbringen möchtest und welche du auslassen kannst. Vergiss nicht, all diese Texte, die du im Laufe der Zeit verfasst, zu archivieren. So wirst du wahrscheinlich am Ende eine schöne Sammlung völlig unterschiedlicher Texte haben! Aber sicherlich kannst du den ein oder anderen hin und wieder einfach für eine neue Ausschreibung kopieren.

Kurz-Biografie

Eine besondere Art der Biografie stellt die Kurz-Biografie dar, die vielleicht nur 50-100 Wörter lang sein darf. Hier geht es weniger um den Faktor „Persönlichkeit“, als vielmehr um die ganz gezielte Auswahl von inhaltlichen Schwerpunkten. Da musst du dir gut überlegen, was dir das Allerwichtigste ist. Bzw. in manchen Fällen kann es hilfreich sein, einfach mal zu gucken, wie andere es machen oder gemacht haben, z.B. wenn du etwas in einer Zeitschrift veröffentlichst, in der auch andere in der Vergangenheit schon veröffentlicht haben.

Fazit

Auch wenn es so scheint, als würde dein Archiv nun ein chaotisches Sammelsurium beinhalten, so lassen sich doch wichtige Gemeinsamkeiten zusammenfassen:

  • Du schreibst hier vorrangig über DICH! Was das genau bedeutet und wie sich die Künstlerische Biografie vom Künstlerischen Statement unterscheidet, lernst du im nächsten Teil (Teil 5) der Serie.
  • Du setzt die Schwerpunkte! Um noch einmal auf die anfangs (Teil 2) empfohlenen Textbausteine zurückzukommen: Du könntest in deinem Archiv die unterschiedlichen Texte oder Textabschnitte nach Schwerpunkten ordnen.
  • Du wirst mehr oder durchaus auch weniger gleiche Texte in unterschiedlicher Länge (je nach Vorgabe) entwerfen.

+++++

Dies sind die Inhalte der kompletten Serie:

  1. Einleitung (24.01.2018)
  2. Wie Schreibstrategien helfen können (7.02.2018)
  3. La Dolce Vita (21.02.2018)
  4. heute 🙂
  5. Künstlerisches Statement
  6. Bewerbungsanschreiben
  7. Einladung zu einer Ausstellung
  8. Exkurs: Fotos einreichen
  9. Texte für die Ausstellung
  10. Weitere allgemeine Empfehlungen

+++++

>> Hier geht’s zum vorherigen Teil der Serie.  >> Hier geht’s zu TEIL 1 der Serie

>> FORTSETZUNG FOLGT

 >> Zum Liken, Teilen, Kommentieren bitte ganz nach unten scrollen 🙂


Serie-04_00Titel-eng

PRESENT YOURSELF BETTER IN TEXTS – WRITING SKILLS FOR ARTISTS (PART 4)

4 An Artist’s Bio

Apart from a rather tabular resumé, you will sometimes have to compose your bio in the form of a coherent text. You have to be aware that these are two completely different things! Under no circumstances, are you supposed to only add some verbs and connectives to the bits and pieces in your resumé. The result would be a pretty boring text and it wouldn’t be worth the time and effort! No, you are instead supposed to develop an intention of the text, to add a personal touch, and to breathe some life into it somehow. Reading your text should be fun. Let the readers know the answers they might have had when reading your resumé. Give them the information between the lines. Show the person – yourself – behind the facts.

Yes, you are in the focus of attention now, but nevertheless it is recommended that you compose your artist’s bio in the s/he-form and don’t use the word „I“. This is also a great help to not become too emotional. After all, it’s still the facts from present & past that you are aiming to convey. In your statement (> refer to part 5 of the series), you will have more options and can include emotional aspects.

Serie-03-01-W-FRAGEN-eng

With regard to the contents, you are completely free to choose. Remember, you do not belong to the „regular“ working world and have more freedom as an artist. Most certainly, you can include or leave out information just as you please. Focus on the information that you consider really important. Sometimes this is actually a must for certain applications: maybe there is a certain overall topic announced for the competition, or you are supposed to send a text with a certain limitation of characters or words. Then you are bound to make a decision. Just don’t forget to keep and archive all the texts that you write during your career. So you can build up a nice collection of very different kinds of texts! And you can always use them – or just pieces of them – again for the next applications.

Short Bio

The short bio is a special form and may be limited to 50-100 words only. It’s not so much about your „personality“, but more about even more concise decisions about what to include. Ask yourself what is the most important information? It can be helpful sometimes to look how others did it, e.g. when you apply for an annually repeated competition and there are catalogs available from last year.

Conclusion

Even if it seems as is your archive contains a chaotic conglomeration of all kinds of differnet files now, there are some common features they should all have:

  • In an artist’s bio, you predominantly write about yourself! How to differentiate between an artist’s bio and an artist’s statement, you will learn in the next part (part 5) of this series.
  • You decide what you wish to focus on and bring out the main points! When you work with text modules (refer to part 2): you may want to organize the different texts or text modules by these main points.
  • You will compose more or – often – less similar texts in different text lenghts.

+++++

This is the complete agenda of the series:

  1. Introduction (24 Jan 2018)
  2. How Writing Strategies Can Help (7 Feb 2018)
  3. La Dolce Vita (21 Feb 2018)
  4. today 🙂
  5. Artist Statement
  6. Cover Letter
  7. Invitation to an Art Exhibition
  8. On A Side Note: Submitting Photos of Your Art
  9. Texts for the Exhibition
  10. Further General Advice

+++++

>> Here you read can the previous part of the series.    >> Here you can find PART 1.

>> TO BE CONTINUED

>> Please like, comment, share 🙂

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s