Serie: Ausstellungsmöglichkeiten (Teil 5)

(ENGLISH TEXT BELOW: SERIES – EXHIBITION SPACES (PART 5))

Diese Themen werden in meiner Artikel-Serie vorgestellt:

  1. Ausstellen in Arztpraxen, Cafés, Banken, Bürogebäuden, Rathäusern etc.
  2. Ausstellen bei lokalen Kunstmeilen, Stadtteilevents
  3. Ausstellen bei professionell kuratierten Ausstellungen und auf lokalen Kunstmessen
  4. Ausstellen in Künstler-Clubs, Produzentengalerien, Künstlervereinigungen
  5. Online ausstellen
  6. Eine eigene Seite in einer Kunst-Zeitschrift oder einem Bildband
  7. Über den Tellerrand

5 Online ausstellen

Es gibt heutzutage zahlreiche Online-Galerien und auch organisierte Online-Ausstellungen oder Online-Kunstportale. Allen ist gemeinsam, dass man sich dort mit wenig Aufwand ständig präsentieren und auf den Schneeball-Effekt im Internet hoffen kann. Meist sind die Aufnahmehürden vergleichsweise gering. Denn im Gegensatz zur physischen Galerie, gibt es im Internet ausreichend Platz und die Betreiber_innen freuen sich meist über eine rege Beteiligung, da dann ja auch die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge fließen. Wie effektiv diese Art von Präsentation – abseits der gängigen sozialen Netzwerke – ist, ist wiederum sehr unterschiedlich. Definitiv überschlagen sich die Kunstkäufer_innen dort nicht beim Geld Ausgeben. Schließlich ist eine Präsentation auf dem Bildschirm auch immer noch etwas ganz anderes, als das Original zu betrachten. Wirkliche Kunstliebhaber_innen besuchen daher eher die in den vorherigen Artikeln vorgestellten Orte und Veranstaltungen. Dennoch kann es sinnvoll sein, sich in einer Online-Galerie anzumelden, wenn man sich diese gut aussucht. Dabei können für jede_n unterschiedliche Kriterien den Ausschlag geben.

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TIPP: Lies die folgende Checkliste, um besser zu beurteilen, ob eine bestimmte Online-Galerie oder Online-Ausstellung für dich persönlich sinnvoll ist. Unter Umständen lohnt es sich zunächst mehr, den Preis für die professionellere Version der eigenen Webseite oder die höhere Kategorie der Mitgliedschaft in einem sozialen Netzwerk zu bezahlen als das Geld für eine Online-Galerie auszugeben.

  • Gibt es Hintergrundinformationen über die Betreiber_innen? Eine Online-Galerie oder Online-Ausstellung kann JEDE_R ins Leben rufen und sich damit ein bisschen Geld verdienen. Ich will damit nicht sagen, dass du neuen Ideen und Konzepten grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen solltest. Aber du solltest dir einfach gut darüber Gedanken machen, warum du eine Online-Galerie oder Online-Ausstellung auswählst oder eben nicht. Überzeugt dich das Gesamtkonzept? Werden DEINE Ansprüche erfüllt?
  • Sieht die Webseite qualitativ hochwertig aus? Wer sich nur wenig Mühe bei der Präsentation der eigenen Webseite gibt, für den solltest du im Gegenzug auch nicht viel Zeit & Mühe & womöglich Geld für deine Bewerbung aufbringen. Suche dir lieber ein anderes Angebot.
  • Welche Reichweite bzw. Zielgruppe strebt die Galerie an? Ist die Präsentation eher lokal, regional oder sogar international ausgerichtet? Musst du dich womöglich auf Englisch präsentieren? Werden richtige Kunstsammler_innen oder Gelegenheitskäufer_innen oder beide angesprochen?
  • Welche Qualität und Preise haben die anderen präsentierten Künstler_innen? Mit anderen Worten: Auf welchem Niveau bewegt sich die Galerie oder Ausstellung und passt du dort hinein? Es kann grundsätzlich nicht schaden, wenn du dich in Kreise einreihst, die leicht über deinem bisherigen Niveau liegen. Aber es macht wirklich keinen Sinn, wenn du bisher im dreistelligen Bereich verkauft hast, dich dann plötzlich einer höherwertigen Geschichte anschließt und deine Kunstwerke für je 5000 EUR anbietest. So nach dem Motto: Man kann es ja mal versuchen, es kennt mich ja keiner hier. Täusche dich nicht: Du bist wahrscheinlich schon anderswo im Internet vertreten und Leute recherchieren gerne. Wenn du dein Konzept plötzlich nur auf einer Plattform änderst, spricht das nicht für dich und deine Vertrauenswürdigkeit. Du solltest Online-Angebote ähnlich auswählen und behandeln wie auch alle anderen Ausstellungsangebote.
  • Wie teuer ist die Teilnahme- bzw. Jahresgebühr? Passt das Preis-Leistungsverhältnis? Passt der Preis zu deinem Budget? Gibt es bei diesem Angebot wirklich einen MEHR-WERT gegenüber sonstigen Online-Möglichkeiten, wie z.B. der Präsentation deiner Kunstwerke auf einer kostenfreien Facebook-Seite oder bei Instagram?
  • Welche Provisionen werden auf Verkäufe erhoben? Findest du die Provision angemessen?
  • Wer kümmert sich bei Verkauf um den Versand?
  • Wie aktiv und wo bewerben die Macher_innen ihre Galerie? Wer selbst eine eigene Webseite hat und sich auch regelmäßig in sozialen Netzwerken bewegt, sollte auch hier ganz klar bestimmen können, welchen MEHR-WERT die zusätzliche Präsentation in einer Online-Galerie hat.
  • Wie viele Möglichkeiten hast du, deine eigene Seite selbst mitzugestalten? Welche und wie viele Informationen kannst du hinterlegen bzw. präsentieren? Kannst du problemlos Informationen ändern? Kannst du die Reihenfolge deiner Kunstwerke selbst festlegen? Kannst bzw. musst du deine persönlichen Daten und Preise für deine Kunstwerke angeben?
  • Wie viel Arbeit MUSST du vielleicht sogar regelmäßig in die Pflege deiner Seite aufbringen? Lohnt sich der Aufwand?

Darüberhinaus kann man sich, wie schon angesprochen, auch einfach ein Profil in verschiedenen sozialen Netzwerken anlegen oder eine eigene Webseite erstellen – was je nach eigenem Einsatz mindestens genauso effektiv sein kann. Das jedoch ist ein grundsätzlich anderes Thema und wird ein anderes Mal von mir genauer beleuchtet. TIPP: Fest steht aber, dass es nicht schaden kann, auch den eigenen Webauftritt aufzupolieren, bevor du dich einer Online-Galerie anschließt. Man klickt sich ja von da womöglich auch schnell auf deine Webseite durch.

Ich habe mich im Laufe der Jahre bei verschiedenen Online-Angeboten beworben. Hätte ich mich von Anfang an wirklich gewissenhaft mit der obigen Checkliste beschäftigt, wäre mir einiges vor allem an vertaner Zeit erspart worden. Geld habe ich hier zum Glück nie viel investiert. Meist, weil ich den Kosten-Nutzen-Faktor gar nicht wirklich beurteilen konnte und es dann lieber gelassen habe. Darüber bin ich im Nachhinein froh! Das heißt aber nicht, dass nicht einzelne Angebote durchaus sinnvoll sein können. TIPP: Positive Beispiele habe ich vor allem auf der lokalen bzw. regionalen Ebene gesammelt, wo der persönliche Kontakt, die Überschneidungen in den jeweiligen lokalen Netzwerken und die Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen nützliche Synergie-Effekte bewirken können.

ArtPackage & smartkunst

ArtPackage Logo transparent dunkelEin solches Beispiel waren die visuell gut aufbereiteten Online-Portale ArtPackage und smartkunst, die von dem Fotokünstler Jürgen Oster in den Jahren 2012-2015 betrieben wurden. Jürgen beschäftigt sich im Allgemeinen sehr viel mit den Prinzipien der Präsentation und Vermarktung im Internet und bietet auch Seminare im Bereich Webpräsentation an. Ich hatte mich 2012 auf eine FlyerAusschreibung bei ArtPackage zu einer Online-Ausstellung vor allem auch deswegen beworben, weil Jürgen und ich nicht weit voneinander entfernt wohnen. Das persönliche Kennenlernen war dann auch tatsächlich nur eine kurze Frage der Zeit, wir haben seitdem mehrfach – online & offline – zusammengearbeitet und Jürgen ist heute nach wie vor ein wichtiger Kontakt in meinem Netzwerk.

Kulturvernetzer Heribert Käsbach

heribertÄhnliches gilt für den Kulturvernetzer Heribert Käsbach. Heribert besuchte mich 2012 bei einer meiner Ausstellungen. Seitdem sind wir immer wieder im persönlichen Kontakt und haben auch viele weitere gemeinsame Kontakte vor allem – aber nicht nur – auf lokaler Ebene. Ende 2014 bot mit Heribert liebenswerterweise an, die nächste Künstlerin für die vierteljährlich wechselnde virtuelle Wechselausstellung auf seiner ebenfalls visuell ansprechenden Webseite zu sein – was ich natürlich sofort zugesagt habe, da seine Webseite sehr frequentiert wird. Bis heute gibt es dort auch einen Link zu meiner Webseite und ich erhalte immer noch viele Klicks von Heriberts Seite auf meine Webseite.

>> FORTSETZUNG FOLGT

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SERIES: EXHIBITION SPACES (PART 5)

This is the list of all topics in my series:

  1. Exhibiting in doctor’s offices, cafés, banks, office buildings, city halls, etc.
  2. Exhibiting at smaller local art fairs, neighborhood events
  3. Exhibiting at professional local art fairs and other curated shows
  4. Exhibiting with artists‘ clubs, artists‘ societies, artist-run galleries
  5. Exhibiting online
  6. Your own page in an art magazine or an illustrated art book
  7. A look beyond borders

5 Exhibiting online

Nowadays, you can find a large variety of online galleries or online art exhibitions. They all have in common that you can constantly present your art without much effort and then hope for a snowball effect on the internet. Admission criteria are generally not very strict. Unlike real galleries, there is much space on the internet and the management are normally happy about strong participation as numerous membership fees guarantee their income. The efficiency of this kind of online presentation – which are off the common social networks – varies within the different online portals. Definitely, art buyers don’t fall over backwards to spend their money. After all, presenting art online is quite different from showing the original artwork. Real art lovers will probably prefer to events & locations presented in my former articles in this series. It can still  make sense to register with an online gallery if you select wisely. Different criteria might apply for different artists.

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TIP: Read the following check list in order to reflect on whether a certain online gallery or online art exhibition is suitable for you. You may also come to the conclusion that it is worth considering to upgrade your homepage or a membership in a social network instead.

  • Can you find any background information on the providers of the online portal? EVERYONE can set up an online gallery and make some money with it. I don’t mean you should always reject new ideas or concepts. I am only telling you to always think carefully about why you decide for or against something. Are you really convinced about their concept?
  • Does the website have a high quality appearance? If they did not put much effort into their own website, why should you find time & effort & money for your application? I suggest you look for alternative options.
  • How far does the online portal reach out & how do they define their target customers? Do they focus on local, national, or international customers? Will you have to present yourself in another language? Do they target genuine art collectors or occasional buyers or both?
  • What about the quality and prices of the other artists? In other words: what standard does the gallery expect? Will you fit in? It never hurts to „upgrade“ yourself a little bit. But it really makes no sense to suddenly offer your artworks for 5000 EUR each when you have sold at three digit prices so far. You may think that nobody knows you here yet and you may want to give it a try. Make no mistake: you can probably be found elsewhere on the internet and people like to google. If you suddenly change your concept in one online portal only, that definetely says nothing favorable about you and your credibility. I recommend that you choose & treat online offers just as offline offers.
  • How expensive are (annual) memberships? Does the offer include a good price-performance ratio? Does the memberhsip fee match your personal budget? Does the membership include a truely ADDED VALUE compared to a free presentation of your artworks on Facebook or Instagram?
  • In case of sales, what commission fees do you have to pay? Do you think the amount is appropriate?
  • Who is responsible for shipping?
  • How intensively does the provider advertise the online portal? Especially if you also have personal homepage and are a frequently active in social networks, you should, again, be able to clearly determine the ADDED VALUE that a membership in an online gallery can provide for you.
  • Will you be able to set up your personal gallery page yourself? What kind and amount of information will you be able to publish? Can you easily change content? Can you determine and change the order of your artworks? Will you be able or maybe even required to publish your personal information and prices of your artworks?
  • How much time will you regularly have to invest into maintenance of your personal gallery page? Is it worth the effort?

As mentioned already, you may also consider to register in a social network or have your own homepage to exhibit your art online. Depending on the amount of your personal commitment, this can be just as effective. This is generally a different topic, though, and I’ll talk about it in more detail some other time. TIP: Nevertheless, it is always a good idea to brush up on the design on your website before registering with an online gallery. As soon as people see you there, they might start googling you and see your website anyway.

In the course of the cears, I have submitted applications to a number of different online galleries or online art competitions. If I had considered all of the above advice, it would have saved me a lot of time. Fortunately, I never spent too much money here. Which is mostly due to the fact that I never knew how to evaluate the cost-benefit ratio. Looking back, I’m glad about that! But this doesn’t mean that individual offers should generally not be considerated. TIP: Especially on a local level, I have made good experiences. There’s always a great deal of synergy potential when you can meet the provider in person, when your local networks maybe overlap, and when you find even more ways to cooperate.

ArtPackage & smartkunst

ArtPackage Logo transparent dunkelAs examples, let me tell you about the well-edited online portals ArtPackage and smartkunst, which were operated by the photo artist Jürgen Oster from 2012-2015. Jürgen generally specializes in priciples of presentation & marketing on the internet and also offers personal classes on presenting web Flyercontent. I answered an open call for an ArtPackage online exhibition in 2012. My motivation was based on the fact that I didn’t live far from Jürgen. Indeed, we personally met very soon and got along well immediately. Since then, we have cooperated in a number of projects  – both online & offine – and Jürgen is still an important part of my network.

Cultural Networker Heribert Käsbach

heribertThis is also true für cultural networker Heribert Käsbach. Heribert first came to one of my exhibitions in 2012. Since then we have been in touch closely and we share a great deal of our respective local – and partly also national – network. At the end of 2014, Heribert kindly offered me to have a single online exhibition on his website, which he curates on a quarterly basis. Of course, I agreed as his website looks very professional and is regularly frequented by a larger number of people. To this day, there’s still a link to my website and I receive lots of clicks from his website.

>> TO BE CONTINUED

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11 comments

  1. Deine informelle Arbeit ist super und hilft bestimmt vielen Künstlern, die professionell unterwegs sein wollen!
    Das ist schon super lieb von Dir, diese Tipps weiterzugeben, denn es ist ja auch mit Zeitaufwand verbunden!

    Sei lieb gegrüßt Babsi

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank, liebe Babsi! Freue mich sehr über dein Feedback. Genau das ist ja auch mein Anliegen: Wissen weiterzugeben, damit nicht jeder das Rad immer wieder neu erfinden muss. Der Zeitaufwand für das Schreiben eines Artikels ist ja vergleichsweise gering, wenn man die Jahre an Erfahrung, die darin stecken, bedenkt.

      Gefällt 1 Person

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