Serie: Ausstellungsmöglichkeiten (Teil 4)

(ENGLISH TEXT BELOW: SERIES – EXHIBITION SPACES (PART 4))

Diese Themen werden in meiner Artikel-Serie vorgestellt:

  1. Ausstellen in Arztpraxen, Cafés, Banken, Bürogebäuden, Rathäusern etc.
  2. Ausstellen bei lokalen Kunstmeilen, Stadtteilevents
  3. Ausstellen bei professionell kuratierten Ausstellungen und auf lokalen Kunstmessen
  4. Ausstellen in Künstler-Clubs, Produzentengalerien, Künstlervereinigungen
  5. Online ausstellen
  6. Eine eigene Seite in einer Kunst-Zeitschrift oder einem Bildband
  7. Über den Tellerrand

4 Ausstellen in Künstler-Clubs, Produzentengalerien, Künstlervereinigungen

Hier steht der Gedanke im Vordergrund, dass sich mehrere bis viele Künstler_innen zusammenschließen und Ausstellungen gemeinschaftlich finanzieren und organisieren. Ausstellungen sind quasi garantiert. Geschieht dies dann unter einem gemeinsamen Dach bzw. einem „Namen“, macht sich das nicht nur gut in deiner Vita, sondern hilft auch bei der Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel der Presse gegenüber. TIPP: Für viele Künstler_innen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, sind solche Künstler_innengemeinschaften ein guter Weg, die ersten vernünftigen Ausstellungsmöglichkeiten zu bekommen und dabei von der Erfahrung anderer zu profitieren. Auch viele Details bei der gemeinschaftlichen Bewältigung der Organisationsarbeit sind nicht zu unterschätzen: Das fängt bei ganz banalen Dingen an, dass man z.B. den An- und Abtransport der Kunstwerke gemeinsam plant oder sich die persönliche Anwesenheit bei Öffnungszeiten aufteilt.

Dabei gibt es unterschiedliche Organisationsformen solcher Vereinigungen. Während manchmal eine_r oder wenige alles managen und die anderen im Wesentlichen nur zahlen und ausstellen, ziehen andere eine stark gemeinschaftliche Vorgehensweise vor. Um zu entscheiden, ob man bei etwas mitmachen möchte, sollte man sich vorher gut über Preise und Bedingungen informieren, mit Mitgliedern sprechen, Ausstellungen besuchen. TIPP: Es gibt hier kein „Richtig & Falsch“, sondern es kommt einfach darauf an, was DU suchst und welche Ziele DU verfolgst. Das Spektrum reicht von kleinen informellen Künstler_innen-Gruppierungen, die meist lokal ausgerichtet sind, bis hin zu den ganz großen Künstlerverbänden wie dem BBK. Der BBK richtet sich aber ausschließlich an professionelle Berufskünstler_innen. TIPP: Um Clubs oder Vereinigungen jeder Art zu finden, kannst du die Vitas anderer Künstler_innen auf deren Webseite recherchieren und schauen, wo diese Mitglied sind oder waren.

Wiederum zwei Beispiele aus Köln:

Galerie artclub Köln

Von 2008-2015 war ich Mitglied in der Galerie artclub Köln. Hierbei handelt es sich um eine Produzentengalerie, die 10 Jahre lang ein wichtiger Teil der freien, unabhängigen Kunstszene Kölns war und von dem Künstler Parzival gemanagt wurde. (Ich benutze hier den Imperativ, da der artclub derzeit leider keine eigenen Räumlichkeiten zur Verfügung hat und deshalb quasi pausiert. Meine besten Wünsche, dass es bald irgendwo weitergeht! 🙂 100 Künstler_innen nahmen ständig an einer Dauerausstellung teil und konnten zusätzlich im Wechsel etwa alle eineinhalb Jahre eine Einzelausstellung realisieren. Da Einzelausstellungen ein signifikanter Faktor in der Künstler-Vita sind, was dies ein wichtiger Aspekt. Hinzu kamen weitere Aktionen und Veranstaltungen in den eigenen Räumlichkeiten oder auch schon mal in der Öffentlichkeit. Eine weitere Besonderheit war das Archiv Aktiv: Die Bereitstellung von großen Din A3 Künstler-Ordnern, in denen jede_r Künstler_in Fotos ihrer oder seiner Kunst, Ideen, Konzepte, Kataloge, Biografie, Kontaktadressen etc. etc. vorstellen oder auch kleine Originalarbeiten direkt zum Verkauf anbieten konnte. Für Besucher_innen gab es somit immer viel zu stöbern.

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Kölner Stadt-Anzeiger 1.12.2016 & artclub Logo

Während viele Mitglieder über Jahre dabei waren, herrschte unter anderen eine rege Fluktuation. Für mich war der artclub mein wesentlicher Einstieg in die unabhängige Kölner Kunstszene. Ich habe dort viel Wertschätzung und Ermutigung erfahren. Ich habe dort berührende Momente erlebt, wenn Parzival anlässlich einer meiner Einzelausstellungen in seiner Rede wirklich schöne und tiefgründige Worte über meine Kunst fand, und ich habe dort sehr viele Künstler_innen und andere Kunstinteressierte kennen gelernt, mit denen ich über viele Jahre hinweg bis heute immer mal wieder auf die ein oder andere Art verbunden bin. Ich habe mir hier sozusagen mein künstlerisches Rückgrat aufgebaut.

Crossart

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Ganz anders organisiert ist das Künstlernetzwerk Crossart, das auch in Köln seinen Ursprung hat und von dem Künstler Peter Mück ins Leben gerufen wurde. Crossart zeichnet sich dadurch aus, dass es überregional arbeitet und Mitglieder in ganz Deutschland und auch darüberhinaus hat. Die Mitglieder sind meist in kleinen lokalen Untergruppen organisiert und kümmern sich in der Untergruppe eigenständig um Ausstellungen an verschiedenen Orten. Darüberhinaus bieten innerhalb des Netzwerks einzelne Mitglieder mit etwas Platz oder Klein-Galerist_innen einen Ausstellungsraum an, damit Künstler_innen ganz unkompliziert und ohne großes Bewerbungs-Pipapo auch mal in anderen Städten ausstellen können. Auf der Crossart-Webseite findet man weitere Informationen zu einer Reihe zusätzlicher Angebote. Eine tolle Sache!

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(Titelbild Peter Mück: Galerie und Antiquariat Rolf Hartung, Teil des Künstlernetzwerkes crossart)

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SERIES: EXHIBITION SPACES (PART 4) 

This is the list of all topics in my series:

  1. Exhibiting in doctor’s offices, cafés, banks, office buildings, city halls, etc.
  2. Exhibiting at smaller local art fairs, neighborhood events
  3. Exhibiting at professional local art fairs and other curated shows
  4. Exhibiting with artists‘ clubs, artists‘ societies, artist-run galleries
  5. Exhibiting online
  6. Your own page in an art magazine or an illustrated art book
  7. A look beyond borders

Exhibiting with artists‘ clubs, artists‘ societies, artist-run galleries

The main idea here is that several or many artists cooperate and organize as well as finance exhibitions together. Exhibitions are quasi guaranteed. As everything is operated under the same roof, or rather under the same name, this does not only look good in your bio but also helps a lot when it comes to cooperation with the press. TIP: For many artists just beginning their professional career, such artists‘ societies are an excellent source to both gain your first solid exhibition experience and to profit from the experience of others. You will also profit from many other significant details when you cooperate with others: maybe transport of artworks is collectively organized, or you share shifts of personal attendance during opening hours between all participating artists.

These societies have different organizational structures. Some might be managed by one person only and the other members basically just pay and exhibit. Others prefer to collaborate a lot more and make common decisions on everything. Whether or not you want to join a specific society, may depend on many facts that you set the standards for yourself. You should find out about terms and conditions, talk to members, and visit exhibitions before. TIP: There is not „right or wrong“ here, your decision only depends on what YOU are looking for and on YOUR obejectives. The spectrum ranges from small informal artists‘ groups, that are usually focused locally, to the big names of artists‘ associations like the German BBK. The BBK, however, only targets highly professional artists. TIP: In order to find artists‘ clubs or societies of every kind, just browse through other artists‘ online bios and find out where they are or have been members.

Again two examples from Cologne:

Galerie artclub Cologne

From 2008-2015 I was a member of Galerie artclub Cologne. This artist-run gallery managed by the artist Parzival was an important art space in the free and independent art scene of Cologne for 10 years. (I am using the past tense here because, unfortunately,  the gallery has no premises at the moment and is taking a break. My best wishes that it will be able to continue soon! 🙂 Artworks of 100 artists were permantently displayed. Plus every artist was able to have a solo show every 1.5 years. As solo shows are an essential element in an artist’s bio, this was a key factor of membership. Additionally the artclub organized and hosted further events and campaign on their own premises or sometimes even in public spaces. Another feature was the Archive Active: the provision of big DIN A4 files, one for each artist, which documented the artist’s art, ideas, concepts, biographies, personal information etc etc., and even small original artworks that were directly offered for sale. So for visitors, there was always a lot to discover.

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Kölner Stadt-Anzeiger 1.12.2016 & artclub Logo

Whereas many artists were members for many years, others came and went. To me the artclub was the cardinal start into the independent art scene of Cologne. I always witnessed a high degree of appreciation and encouragement there. During my own solo shows, I experienced touching moments when Parzival held a speech and said really beautiful and deep words about my art. And I met many artists and other artsy folks who I am still in touch with either way. You could say I built up my artistic backbone here.

Crossart

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The artist network Crossart is organized completely differently. It was founded by Peter Mück, another artist from Cologne. Crossart operates on a local, national, and international level. Members are usually organized in smaller local groups and are responsible for establishing their own group shows. In addition, single members of the network or small galleries that can offer some exhibition space invite other members to send their artwork. So artists with little resources can exhibit in other cities or even countries without any fuss and with no bigger effort. You can find futher information on Crossart and their offers on their website. A great concept!

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(title photo: gallery and antiquarian bookshop Rolf Hartung, part of the Crossart network)

>> TO BE CONTINUED

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