Valentins Special: Bildbetrachtungen Werke Nr. 0173 und 0174

(ENGLISH TEXT BELOW: VALENTINE’S SPECIAL: CLOSER LOOK AT WORKS #0173 and #0174) Angesichts des anstehenden Valentinstages stelle ich euch heute euch die beiden Bilder „City Love“ (1) und (2) vor. Diese entstanden nach einer besonderen Technik, in der ich 2014 und 2015 jeweils eine komplette Serie angefertigt habe: Den Zyklus „Ecuador“ (2014) und den Zyklus „San Francisco“ (2015). Die vorgestellten Bilder gehören zu letzt genanntem Zyklus. Das Hintergrundmotiv aller Bilder ist ein bearbeitetes Foto, das auf Leinwand gedruckt wurde. Das Motiv der in Öl gemalten Figur entstand ebenfalls auf der Grundlage eines Fotos, jedoch unabhängig vom Hintergrund. Ich habe für die Bildkomposition beides zusammengefügt. Die Verschmelzung von Fotografie und Malerei betont die Einbettung der Figur in ihr soziokulturelles Umfeld. Die Technik bewirkt außerdem eine außergewöhnliche Tiefenwirkung des Gesamtwerkes. Der Fokus des Betrachters kehrt jedoch immer wieder zu der Figur zurück.

17-02-08_bild-1Im Hintergrund sieht man Ausschnitte der Skyline von „The City“, wie San Francisco unter den Bewohner/innen der Westküste im Allgemeinen genannt wird – als ob es keine andere „city“ geben würde. Für sich betrachtet zeigt jedes Bild also eine Figur, die in dieser Stadt lebt und sie – wie vermutlich alle Einwohner/innen – verehrt. Die Verbindung der Figur zur Stadt zeigt sich auch in der verbindenden Farbgebung: ein kräftiges Rot, mit dem goldenem Schimmer der untergehenden Sonne in den Fenstern der Skyscraper.

Betrachtet man nun beide Bilder zusammen, werden schnell weitere verbindende Elemente deutlich. Zwei junge Leute, vermutlich im gleichen Alter, sind so positioniert, dass sie sich fast – aber eben nur fast! – anzuschauen scheinen. Ein wenig ist ihr Blick in die Ferne gerichtet, als würden sie jeweils die Skyline des anderen Bildes betrachten. So erscheinen die Figuren zusammengehörig, sind es aber nicht. Auch durch den Bruch der zwei Leinwände sind sie optisch voneinander getrennt. Aber, so ist der deutliche Eindruck, sie denken aneinander, sehnen sich zueinander und (beachte die sich spiegelnde Sykline), sehen ihr geistiges und emotionales Spiegelbild ineinander. Kurz, sie lieben sich. Aber sie finden tragischerweise nicht zueinander. Auch das ist vielleicht mit „City Love“ gemeint: die Schwierigkeit, in der Großstadt die große Liebe zu finden.

Wie kommt man auf die Idee dieser Mischtechnik? Die Idee entstand auf unserer Hochzeitsreise durch Ecuador 2013. Begeistert von Land und Leuten machte ich pausenlos Fotos. Da wir aber mit einer Reisegruppe unterwegs waren, ging nicht immer alles in meinem Tempo voran. Manchmal ging es viel zu schnell, so dass ich viele verwackelte Bilder mit nach Hause brachte. Oder es ging zu langsam, so dass ich gelangweilt an einem scheinbar ebenso langweiligen Straßenrand saß und wartete. Und plötzlich fiel mir auf, dass die Straßenansicht eigentlich gar nicht soooo langweilig war, sondern sich doch gut als Hintergrundmotiv für eines meiner Bilder eignen würde. Für den Rest der Reise hatte ich nun also noch weitere Fotomotive im Fokus. Ich glaube, die Idee  entsprach meinem Wunsch, doch mal weniger „langweilige“ Hintergründe für meine Porträts zu finden, die bis dahin meist einfach monochrom waren. Allerdings: Ausgefeilte Hintergründe zu malen, ist einfach nicht mein Ding. Nun gut, zurück zu Hause bestellte ich die erste Fotoleinwand und setzte eine Ölfigur darauf. Von dem interessanten „3-D-Effekt“ war ich sehr angetan! So sind letztendlich 20 Bilder in dieser Technik entstanden. Allerdings sind diese Fotoleinwände doch sehr teuer und ich habe davon wieder Abstand genommen.

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VALENTINE’S SPECIAL: CLOSER LOOK AT WORKS #0173 and #0174: Due to the upcoming Valentine’s Day, I am going to present you the two mixed media paintings „City Love“ (1) and (2). They were made in a special technique, in which I completed two entire series in 2014  and 2015: the series „Ecuador“ (2014) and the series „San Francisco“ (2015). The two art works discussed here belong to the latter one obviously. The background of all works is an computer edited photography printed on canvas. The figure painted in oil is also based on a photography, though a different one. For the composition of the work I blended the two mediums, which emphasizes the embedding of the figure into her/his sociocultural environment and causes an extraordinary effect of depth. All photos used for this series were taken by myself.

17-02-08_bild-1_engThe background displays details of the skyline of „The City“ as San Francisco is usually called by the locals of the West coast – as if there was no other „city“ at all. Each artwork shows an individual living in this city. The title implies that both of them – like most San Francicans – love their city. The bond between figure and city is underlined by the common choice of color: a strong red with a golden shimmer of the sunset mirrored in the skycrapers’s windows.

On closer examination of both artworks, we can find further connecting elements. Two young people of probably more or less the same age seem to be almost looking into each other’s eyes – almost! They also seem to be looking at the buildings in the other artwork in the distance. Like this, the figures seem to connect, but don’t really. Futhermore, there is the visual separation by the two canvases. However – this becomes the spectator’s impression – they are clearly thinking of each other, longing for each other, and (compare the mirrored skyline) see themselves reflected mentally and emotionally in each other. In other words, they love each other. Unfortunately, though, they cannot find each other. This might be another meaning of the title: the difficulty to find love in a big city.

How did I get the idea for this mixed media technique? I had the idea in the middle of our honeymoon in Ecuador in 2013. Full of enthusiasm, I was basically taking photographs every minute. We were travelling with a group of 15 and a tour guide, though, and didn’t didn’t always go my way. Sometimes the group moved very fast and as a result I brought back a great deal of blurry photos. At other times the group moved very slow and I ended up sitting and waiting pretty bored at an even more bored side of the street. In a moment like that, I suddenly realized that the sight of the street wasn’t that bad at all and I could use a picture of it as the background for one of my future paintings. For the rest of the trip, I was taking even more picutures of all kinds of prior „boring“ scenes. I guess this idea originated in my desire to find less „boring“ backgrounds for my paintings, which until then had mostly been just monochromatic. However: I am just not that much into painting detailed backgrounds. So, back at home I ordered a printed photo canvas with one of these backgrounds and I painted the oil figure on top. I was actually really happy as the combination of both photography and painting turned out to have a nice „3-D“ effect! 20 mixed media artworks I completed in this manner. Eventually though, ordering these photo canvases became too expensive for me and I gave that idea up again.

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7 Kommentare

  1. Fantastische Porträts mit plakativen Farben. Auffallend schön ergänzen sich die beiden Gemälde, da sie vom Lichtausdruck her im Gegensatz stehen. „City Love 1“ zeigt ein dominantes gerichtetes Streiflicht mit einem wunderbaren hell-dunkel-Kontrast im Bild. Dieser Lichteffekt lässt das Gemälde sehr plastisch im Ausdruck erscheinen. Das Bild „City Love 2“ zeigt das Porträt in einem diffusen, weichen Licht. Beide Gemälde zeigen zeigen Porträts unterschiedlicher Ausstrahlung, und ich empfinde sie deshalb als sich ergänzend : „Das Bild 1 hart im Licht und sehr lebendig wirkend, das Bild 2 weich und ruhig im Ausdruck.“ Großartige Arbeiten!!!

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