#ganzeinfachich

(ENGLISH TEXT BELOW: SIMPLY ME) Die „Aufgabe“ zu dem oben genannten Thema einen Text zu schreiben, flatterte mir heute ins Haus. Ich habe derzeit eine 21-Tage-Challenge bei Karin Wess gebucht. Täglich bekomme ich dazu eine oder zwei Emails mit Aufgaben, die mich voranbringen sollen. Es ist eine Sache, sich Ziele zu setzen (das war die Aufgabe gestern). Eine ganz andere Sache ist es, diese Ziele auch zu verfolgen, wenn, ja, wenn man „ich“ ist… Ständig steht man sich selbst im Weg, hält sich für nicht gut genug, nicht kompetent genug, nicht ehrgeizig genug, nicht durchsetzungsfähig genug, nicht… STOP! Will ich etwa perfekt sein? Nein, lieber nicht! Das würde die Erwartungen und den Druck nur steigern! Also, das hier bin ich als Künstlerin:

Ich bin in der glücklichen Lage, ein hauseigenes Atelier zu haben. Dort ist es meist unaufgeräumt und dreckig – eine sehr kreative Umgebung also 😉 Wenn ich mit Öl male, halte ich meist drei bis vier Pinsel in der Hand, den fünften im Mund. Letzteren befördere ich durch ungeschickte Handbewegungen des öfteren schwungvoll durch die Gegend, wodurch nicht nur die Leinwand bemalt wird… Aber auch auf der Palette treffe ich  nicht immer die richtige Farbe und pinsele schon mal Schwarz ins Weiß, ärgere mich dann ganz furchtbar, weil mir das schon wieder unbemerkt passiert ist, und kann dann zusehen, wie ich das wieder wegbekomme. Wenn es ganz dicke kommt, befördere ich durch meine Ungeschicktheit auch schon mal das iPad (auf dem sich mein Referenzfoto befindet) in hohem Bogen auf die Erde. Überschüssige Farbe oder zu viel Lösungsmittel am Pinsel landen meist auf meiner Hose. Wenn ich Pech habe, habe ich vorher vergessen mich umzuziehen… Man mag es kaum glauben, aber das Zeichnen mit Bleisitft kann ähnlich abenteuerlich sein, doch ich erspare euch das jetzt mal. Hin und wieder besuche ich meine Künstler_innen-Freund_innen zu Hause in ihren Ateliers. Wenn diese mir dann zeigen, dass sie gar kein Atelier haben und super ordentlich im Wohnzimmer, neben der Textiltapete und über dem Parkett malen, tja, dann werde ich immer ganz neidisch…

Ich netzwerke sehr gerne. Mehrmals täglich bin ich auf Facebook und Instagram unterwegs, um meine Kunstkontakte auszubauen. Ein Profil auf XING und LinkedIn habe ich ebenso. Und jetzt schreibe ich auch noch diesen SommerKunstBlog (den bisher noch nicht viele Leute lesen…). Meist jedoch werde ich auf Facebook abgelenkt durch Nachrichten des Tages (geht noch), Interessantes aus meinem Stadtteil (geht auch noch) und (geht nicht mehr) Tierfilmchen über Tierfilchmen. Dabei mag ich gar keine Tiere! Also doch schon, aber eben am liebsten auf dem Bildschirm und nicht in real 😉 Auf XING und LinkedIn habe ich mich in ein paar Gruppen angemeldet und versuche, dem Rat meines guten Künstlerkollegen Jürgen Oster zu folgen, mich dort regelmäßig ins Gedächtnis zu bringen, aber …. es fällt mir schwer, mich mit Dingen zu beschäftigen, zu denen ich nicht sooo viel Lust habe.

Ich bekomme viel Lob für meine Bilder. Besonders in der letzten Zeit werde ich ständig darauf angesprochen, was für einen qualitativen Sprung ich gemacht habe. Schön, dass es viele Leute gibt, die das so sehen! Schade, dass meine Kostenbilanz weiterhin sehr rote Zahlen schreibt.

Ich habe viel Zeit zum Malen oder Zeichnen. Nachdem ich vor zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen meinen (anderen) Beruf aufgeben musste, war für mich klar, dass ich ab sofort mehr Zeit in meinem Atelier verbringen würde. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich immer dann, wenn die Muse mich gerade küsst, auch Zeit habe. Es heißt auch nicht, dass ich, wenn ich dann Zeit habe, auch wirklich „in der Stimmung“ bin. Erst recht heißt es nicht, dass ich jedes Mal erfüllt und beschwingt aus dem Atelier herauskomme und immer zufrieden bin, mit dem, was ich tue. Und schließlich heißt es nicht, dass ich, selbst wenn ich zufrieden bin, dann noch die Energie habe, auch wieder etwas für mein Marketing zu tun, um vielleicht doch mal aus den roten Zahlen herauszukommen.

Aber – das alles ist OK 🙂

Denn: Ich bin in der glücklichen Lage, ein hauseigenes Atelier zu haben. Ich netzwerke sehr gerne. Ich bekomme viel Lob für meine Bilder. Ich habe viel Zeit zum Malen oder Zeichnen. – Den Rest gehe ich mit viel Optimismus und ohne Druck Schritt für Schritt an.

>> Zum Liken, Teilen, Kommentieren bitte ganz nach unten scrollen 🙂

SIMPLY ME: The assignment to write a text on this topic I was given today. I am currently booked on a 21-day-challenge with Karin Wess I get one or two emails a day with little assignements that are supposed to help me focus on my professional development. It is one thing to name  your goals (which was the assignment of yesterday). It is a completely different thing to follow your goals when, well, when you are „me“… I constantly block my own way by thinking I am not good enough, not competent enough, not eager enough, not assertive enough, not… STOP! Do I want to be perfect? Of course not! This would only increase expectations and pressure! So this is the artist me:

I am happy to have my home artist’s studio. It’s usually untidy and dirty in there – a quite creative environment 😉 When I paint with oil colors, I usually hold three or four brushes in my left hand, the fifth one between my lips. This fifth one often „flies“ across the room after being touched by my sweeping movements, which does not only cause the canvas to be covered in paint… When aiming at the palette with my brush, this also doesn’t always end as planned, and then black ends up in white on the canvas leaving me annoyed with myself because, again, this happened without me noticing it. Cleaning up my painting is not always easy then. Sometimes it gets even worse and, due to my clumsiness, my iPad (with the reference photo on it) falls to the floor with me hoping it’s not broken. Excess paint or terpentine I usually just brush off on my pants. If I am having a really bad luck day, I have forgotten to change clothes before entering my studio… You may not believe it, but drawing with regular pencils can turn out just as messy, but I’ll spare you another story like this. Every once in a while, I visit my artists friends without a studio on their own. They paint in the living room near the desgin wall paper or on top of nicely wodden floors – and they do this without ANY of the problems mentioned above! Envy is what I feel then…

I really like networking. Several times a day I check my news feed on Facebook and Instagram. I mainly do this in order to find other artists and network with them. I also have a XING and a LinkedIn profile. And I have started this blog (which so far not many people read…). Mostly though, I get easily distracted on Facebook by news of the day (OK), news from my city or neighborhood (OK too), and (not OK) all those cute little animal movies. I don’t even like animals that much. Well, I do but less in real life than on a digital screen 😉 I have joined a few groups on XING and LinkedIn and try to follow the advise of my artist colleague Jürgen Oster to make myself visible there on a regular basis. But I find it difficult to do things regularly just because.

I get a lot of positive feedback on my artworks. Recently, people constantly tell me they have noticed a high progression in quality. I am really happy about this. Too bad, though, that financially I am still drowning in red ink.

I have a lot of time for making art. After having to quit my (other) job two years ago because of health issues, it was clear to me that I was going to spend more time in my studio from then on. But that doesn’t mean I always do have time when inspiration is there. Nor is inspiration always there when I do have time. Neither I always finish the day happy and content with what I have done. And even if I am happy, I often lack motivation and energy to do the necessary marketing afterwards in order to get out of the red ink some day.

But – all this is OK 🙂

For: I am happy to have my home artist’s studio. I really like networking. I get a lot of positive feedback on my artworks. I have a lot of time for making art. – The rest I will tackle with a lot of optimism and without pressure step by step.

3 comments

  1. Liebe Seona, Dein Artikel ist wunderbar:-))
    Ich habe eine Idee für Dich – stell doch eine Kamera hin und filme Dein Treiben beim Malen. Wenn es auch nur so halb lustig ist, wie Du es beschrieben hast (Du hast eine Comedy-Ader:-)), dann kannst Du es als Live-Cabaret anbieten! Du bist bezaubernd. Umarmung aus Wien, Betka Fislova (auch eine Challenge-Teilnehmerin)

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Betka, danke :-)) Das mit der Kamera wird leider noch dauern. Bisher habe ich es noch nicht mal „geschafft“ ein so genanntes Work-in-progress-Foto zu veröffentlichen, was viele Künstler machen. Ich wage mich immer erst mit dem Endprodukt an die Öffentlichkeit. Aber danke für dein postiives Feedback!

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